Börse für Anfänger Erfahrungen – Meine Einstieg in die Aktienwelt

Börse für Anfänger Erfahrungen – Meine Einstieg in die Aktienwelt

Börse für Anfänger Erfahrungen– Philosophie und Ursprung

Jahrelang war ich ein Verfechter der traditionellen Sparweise. Meine kärglichen Ersparnisse lagen auf einem Sparbuch und ich kassierte dafür jährlich zwischen drei und vier Prozent Zinsen. Zusätzlich dazu hatte ich einen Teil meiner Erträge in einem Bausparvertrag angelegt. Klassisch deutsches Anlegerverhalten eben. Bei drei bis vier Prozent war das ja auch verständlich. Warum ein unnötiges Risiko eingehen, wenn man eine recht gute, sichere Alternative hat. Es hat mich einige Überwindung gekostet, dieses Verhalten abzulegen und mich in die Welt der Aktien und neuerdings auch der Kryptowährungen zu wagen. In diesem Beitrag widme ich dieser Entscheidung einige Zeilen und gebe einen Einblick in meine Beweggründe, in der Hoffnung, dass dem ein oder anderen dieser Artikel, Börse für Anfänger, vielleicht bei einer eigenen, ähnlichen Entscheidung hilft. Meine Erfahrungen sind nicht alle positiv, doch auch nicht gänzlich schlecht und auch äußere Einflüsse haben diesen Weg geprägt, doch mehr dazu in den folgenden Abschnitten.

Börse für Anfänger – Warum das Sparbuch keinen Sinn mehr hat

Vor noch nicht allzu langer Zeit, aber einer gefühlten Ewigkeit, gab es für mich nur ein Sparmodell. Geld, welches ich für den täglichen Gebrauch benötigte, hielt ich auf meinem Girokonto. Alles andere an Geld, das ich mir mühsam beiseitelegte, fand seinen Weg auf mein Sparbuch. In jenen Tagen erhielt man auf seine Ersparnisse dort vier Prozent Zinsen. Damit konnte man gut leben, insbesondere im Wissen, dass das Geld dort sicher war. Was hat sich geändert? Nun, innerhalb kürzester Zeit fielen die Sparzinsen ins Bodenlose. Mittlerweile bekommt man auf einem Sparbuch ungefähr den gleichen Zinssatz wie auf dem Girokonto, … nämlich nix. Nun, das führte natürlich dazu, dass meine ultimative Spartheorie zunichte gemacht wurde. Umdenken war angesagt. Die Alternative, das Geld permanent auf dem Girokonto zu lassen und zuzusehen, wie es jährlich aufgrund der zwar bisher geringen, aber reellen Inflation schrumpft, widerspricht meinem Naturell. Es blieben die klassischen Alternativen, Immobilien, Rohstoffe, Aktien. Eine Immobilie besitze ich bereits und eine Mietsimmobilie zu kaufen erschien, bzw erscheint mir nicht so rentabel wie viele es darstellen. Das werde ich hier jedoch nicht erläutern, weil es den Rahmen sprengt. Gold und Co waren mir zu unpraktisch, ich konnte mir auch nicht vorstellen Zuhause plötzlich Gold zu horten. Daher widmete ich mich dem Aktiengeschäft.

Hat das Sparschwein ausgedient?

Börse für Anfänger Erfahrungen – Die Deutschen und ihre Aktien

Oben im Artikel erwähnte ich “klassisch Deutsches Anlegerverhalten”. Der ein oder andere dachte in dem Moment wahrscheinlich “Wieso klassisch Deutsch? Das ist doch überall in der Welt gleich!” Doch das stimmt nicht. Laut der Süddeutschen Zeitung* ist Deutschland teilweise ein Volk der Aktienmuffel und das nicht nur in den ehemaligen Ostgebieten. Auch der Westen ist im Vergleich zu anderen führenden Industrienationen stellenweise weit abgeschlagen, was den Aktienhandel und ähnliche Anlageformen angeht. Doch woran liegt das? Sind Deutsche einfach finanziell weniger risikobereit als andere? Hier springt direkt das Bild vom Biedermann aus dem Geschichtsunterricht in den Sinn. Doch auch hier widerspricht die Zeitung in ihrem Artikel, denn laut einer Studie gibt es sehr wohl gewisse Orte in Deutschland die dem Aktienhandel einen elementaren Platz in ihrem Vermögensmanagement eingestehen. In anderen, oftmals ländlichen Landstrichen sucht man vergeblich nach einem Depot. Vielleicht sind es auch negative Erfahrungen aus der Vergangenheit, die den Aktienhandel in den Köpfen der Menschen per se schlecht gemacht haben, zum Beispiel der Börsengang der Telekom, die Dotcom Blase, etc.

Laut Focus** scheuen viele Anleger Aktien, weil Schwankungen und Wertverluste sie unmittelbar treffen und sie das Gefühl haben, nicht frei über ihr Geld verfügen zu können. Zwei Drittel der Menschen gaben bei einer Befragung an, es bestünden „Ängste wegen Verlusten“ aufgrund einer ökonomischen Katastrophe. Auch weit verbreitet ist die Befürchtung, bei der Wahl von Einzelwerte schlichtweg „falsch zu liegen“. Was ist dran an diesen Ängsten? Zumindest bei der Angst vor Einzelwerten gibt Focus Entwarnung. Während auf ein Jahres Sicht das Verlustrisiko bei Einzelaktien noch bei satten 27 Prozent liegt, verringert sich diese Wahrscheinlichkeit über einen Zeitraum von zehn Jahren auf fünf Prozent, was im Kehrschluss bedeutet, dass 95 Prozent der Aktien über zehn Jahre Gewinne einfahren. Natürlich kommt es hier auch auf den Bemessens Zeitraum an. Ich bin mir nicht sicher, ob sich dieses Modell auf jeden beliebigen zehn Jahres Zeitraum übertragen lässt.

Häufig sind es auch Horrorgeschichten einiger Weniger, die den Vielen die Lust am Aktienhandel verderben. Auch dieses Jahr hat dem Ganzen wieder reichlich Zündstoff gegeben. Möglicherweise ist es auch eine Mischung vieler Faktoren die per Zufall verursachten, dass das Wort Aktien bei einigen meiner Mitbürgern den Puls erhöht und Panik aufkommen lässt. Was ich letztes Jahr unter Umständen noch belächelt hätte stößt meinerseits nun auf Verständnis. Diese Angst kann unter Umständen gelegentlich auch berechtigt sein. Erst kürzlich machte ich selbst eine äußerst negative Erfahrung mit dem Absturz der Wirecard Aktien. Für die, die dieses Jahr auf das Lesen von Nachrichten gänzlich verzichtet haben, hier die kurze Zusammenfassung. Der Konzern sah sich mit erheblichen Betrugsvorwürfen konfrontiert, daraufhin stürzte die Aktie ins Bodenlose. Das Ganze war zunächst ein Schock und ließ mich an all meinen Aktien Investment Entscheidungen erstmal grundsätzlich zweifeln. Letztendlich habe ich mich dadurch jedoch nur kurzfristig beirren lassen und nach einer ausgiebigen Analyse meiner Fehler, zum Beispiel dem Ignorieren verschiedener Warnsignale #Betrugsvorwürfe, habe ich mich dazu entschlossen die Angst abzuschütteln und weiterzumachen. Möglicherweise widme ich der ganzen Affäre aber noch einen eigenen Artikel.

Börse für Anfänger Erfahrungen – Der etwas holprige Start mit dem Aktienhandel

Springen wir ein wenig zurück in der Chronologie: Vor drei Jahren entschloss ich mich dazu, mit dem Handel von Aktien zu beginnen. Zunächst durchforstete ich das Internet nach einem geeigneten Broker. Derer gibt es vieler an der Zahl und doch war ich in der Lage nach einiger Zeit eine Entscheidung zu treffen. Ich entschied mich für den Broker der Onvista Bank. Mit dieser Entscheidung bin ich bisher auch sehr zufrieden, vielleicht widme ich der Thematik auch noch irgendwann einen eigenen Artikel. Kurz gesagt, was mich überzeugte waren die Einlagensicherung einer deutschen Bank, sowie die 5 Euro Kaufgebühren (plus die jeweiligen Börsengebühren). Pro Aktienkauf/Verkauf bin ich bei jeweils ca. 10 Euro insgesamt. Es gibt, soweit ich hier richtig informiert bin, keine weiteren Gebühren. Ich kaufe/verkaufe eher selten, von daher fallen die 10 Euro nicht wirklich ins Gewicht.

Begonnen mit dem aktiven Handel habe ich mit einem kleinen Posten Nestle Aktien, eine Entscheidung, die ich bis heute nicht bereue. Anschließend wurde ich waghalsiger, kaufte mal diese und mal jene Aktien, die ich eine Weile hielt und dann wiederverkaufte. Oftmals geschah das nach einer kurzen Onlinerecherche oder nach einigen Gesprächen mit meinen Freunden. In den ersten zwei Jahren funktionierte das auch ganz gut und die Renditen waren, gemessen am Investitionsvolumen, beachtlich. Leider (Spoileralert) sollte diese Glückssträhne nicht ewig anhalten. Ende 2019 bestand mein Depot aus einigen soliden Aktien, leider waren 20% davon Ölunternehmen und 15% Wirecard. Wohin der Weg mit Wirecard führte brauche ich hier nicht mehr extra zu erwähnen, bei Interesse einfach meinen Artikel lesen, der hoffentlich in Kürze folgt. Die Ölunternehmen wiederrum sind eine andere Angelegenheit. Die Coronakrise hat meinen Shell und BP Aktien heftig zugesetzt, doch ich halte noch immer. Wieso? Nun, mittlerweile habe ich den Anteil, den die Öl Aktien in meinem Depot haben deutlich reduziert. Zum einen hat deren Wertverlust den Anteil gleichzeitig schrumpfen lassen. Zum anderen habe ich nach dem 1. Corona Crash fleißig nachgekauft. Leider nicht auf Tiefststand, allerdings tief genug um mit Aktien wie Alphabet und Microsoft ein wenig Boden gutzumachen.

Vom An- und Verkauf von Aktien habe ich mich mittlerweile verabschiedet. Ich versuche nur jene Aktien zu kaufen, die (auch wenn man sich da nicht drauf verlassen kann) too big to fail sind und eine konstante Wachstumskurve bzw. eine moderate Wachstumskurve und beständige Dividenden aufweisen. Ich kaufe dann und Halte. #buy and hold | Wohlmöglich ist Aktienhandel in meinem Fall vielleicht das falsche Wort. Aktiensammlung trifft es schon eher.

Börse für Anfänger Erfahrungen– ETFs oder Einzelaktien

Viele meiner Bekannten haben den Kopf geschüttelt, als ich von meinen Plänen mit den Einzelaktien erzählte. Vermutlich habe sie mit ihrer Prämisse, man solle lieber ETFs kaufen, auch nicht unrecht. Man hat eine viel größere Streuung und damit einhergehend auch eine erheblich höhere Sicherheit. Natürlich sind rein theoretisch mit Einzelaktien auch höhere Renditen möglich, wenn man ein gutes Händchen hat. Rückschauend betrachtet wäre ich mit ETFs bis zum jetzigen Zeitpunkt wahrscheinlich erfolgreicher gewesen. Ich besitze aus früheren Zeiten jedoch bereits einen passiven Aktienfond einer Versicherung den ich monatlich bespare, weshalb ich auf ETFs bisher weitestgehend verzichtet habe. Eine Mischung aus Beiden ist auch eine Möglichkeit. Zum Beispiel 60% ETFs und 40% Einzelaktien. Es kommt ganz auf die eigene Einstellung und die persönliche Risikobereitschaft an.

Börse für Anfänger Erfahrungen– Lange Rede kurzer Sinn

Nach einem planlosen Start in den Aktienhandel und einigen kürzlich geschehenen Rückschlägen, bin ich moderat zuversichtlich, dass ich mit meiner Strategie langfristig Erfolge erzielen werden.  Natürlich spielt hier auch die politische Entwicklung der Welt eine große Rolle. Sollte der worst case eintreten bin ich wahrscheinlich mit Aktien trotzdem noch besser dran, als wenn ich mein Geld auf der Bank parke. Ich versuche das Risiko möglichst gering zu halten, um ein stabiles Portfolio aufzubauen. Risikoinvestments mache ich auch, doch im Moment eher weniger im Bereich der Aktien. Natürlich soll dieser Artikel, Börse für Anfänger Erfahrungen, in keiner Weise eine Anlageempfehlung sein und wer ihn aufmerksam gelesen hat wird ihn hoffentlich auch nicht als solchen einstufen. Ich bin ein Neuling im Bereich der Aktien und das wird sich auch so schnell nicht ändern. Dafür fehlt mir sowohl die Zeit als auch die Möglichkeiten mir Experten Know How anzueignen. Ich betreibe Aktienhandel in der Hoffnung mein Finanzportfolio zu erweitern und mir für später den ein oder anderen Taler beiseite zu legen.

Falls dir der Artikel gefallen hat gefällt dir bestimmt auch mein Erfahrungsbericht zum Getnode Masternode Club. Auch interessant ist das Cannabis Startup “Juicy Fields”, beschrieben in meinem Artikel “Rendite mit Crowdgrowing

*Quelle: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/aktien-verteilung-deutschland-1.4076466, 07.11.2020.

**Quelle: https://www.focus.de/finanzen/boerse/deutsche-sind-aktienmuffel-vorbehalte-und-fehlendes-wissen-was-die-deutschen-vom-aktienkauf-abhaelt_id_11416805.html, 07.11.2020.

 

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