Bitcoin was ist das? Gute Frage – Bitcoin einfach erklärt

Bitcoin was ist das? Gute Frage – Bitcoin einfach erklärt

Die älteste der bekannten Kryptowährungen hat die Welt fest im Griff. Was einst nur in isolierten Chatrooms heiß diskutiert wurde ist nun ein prominentes Thema in der Öffentlichkeit geworden. Das Thema Bitcoin (BTC) ist in aller Munde und selbst in den konservativsten Investorenkreisen wird mittlerweile eine Investition in Bitcoin in Erwägung gezogen. Doch was ist „Bitcoin“, wer hat es erfunden, welcher Sinn steckt dahinter und wieso besitzt es einen realen Wert? Auf diese und andere Fragen wird dieses Kapitel Antworten geben.

Der Name ist Programm.

Bit-Coin, ein Name, der sich aus den Begriffen Bit – digitale Speichereinheit – und coin – Münze – zusammensetzt, ist zu einem breit akzeptierten Finanz Asset geworden, dessen Kurs, zumindest in letzter Zeit, nur eine Richtung kennt, nämlich steil nach oben. Es begann alles im Jahr 2008, als eine mysteriösere Person unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto ein Dokument veröffentlichte, welches eine digitale Währung beschrieb, deren Ziel es ist, unser Finanzsystem von Grund auf zu revolutionieren. Im Jahr darauf wurde auf dessen Grundlage eine Software entwickelt, Bitcoin war geboren.[1] Wer der ominöse Nakamoto ist, wurde bis heute nicht abschließend geklärt. Einige prominente Namen in der Kryptobranche haben in der Vergangenheit diesen Namen schon für sich beansprucht, aber abschließend geklärt werden konnte es bisher nicht. Die einzige reale Chance, diesem Rätsel auf die Spur zu kommen liegt im Bitcoin selbst, denn die Blockchain vergisst nicht. Sollten die ersten BTC bewegt werden, könnte dies als Hinweis auf die Identität Satoshi Nakamotos dienen.

Wie alles begann

Das im Zuge der 2008 entstandenen Finanzkrise veröffentlichte BTC Whitepaper hatte das Ziel, ein unabhängiges, grenzen übergreifendes und dezentralisiertes Finanzsystem zu schaffen, um in der Zukunft solche Finanzkrisen zu verhindern. Die Finanzkrise, deren Dominoeffekt durch die Insolvenz der Lehman Brothers Bank ins Rollen kam, hatte die Finanzwelt in ihren Grundfesten erschüttert. Zahlreiche staatliche Einmischungen und Finanzspritzen waren notwendig, um das System vor dem Kollaps zu bewahren, Auswirkungen davon sind auch heute noch deutlich zu spüren, zum Beispiel in Form der Niedrigzinspolitik. Diese Ereignisse brachten die Menschen zum Nachdenken und ein solches geistiges Ergebnis ist der Bitcoin.[2] Nach der Veröffentlichung des Whitepapers wurde noch einige Monate lange an BTC gearbeitet bis dann am 3. Januar 2009 der erste Block der Blockchain gemined wurde. Die politische Message der Bitcoins wird evident, wenn man sich die versteckte Nachricht im Genesis Block der Blockchain anschaut. In ihm findet man den verschlüsselten Text „Kanzler am Rande der zweiten Rettungsaktion für Banken“, welcher gleichzeitig die Titelseite vom 3.1.2009 in der britischen Zeitung „The Times“ war. Dies stellte gleichzeitig eine Message als auch eine Rechtfertigung für die Daseinsberechtigung von Bitcoin dar. Es sollte sichergestellt werden, dass so etwas nie wieder passieren würde.

Eine Währung hat jedoch erst eine Daseinsberechtigung, wenn damit wirklich etwas gekauft werden kann, ein sogenannter Use-Case. Es dauerte bis 2010 bis Bitcoin erstmals dazu verwendet wurde ein echtes Produkt zu kaufen. Der Amerikaner Laszlo Hanyecz wollte wissen ob es möglich ist mit BTC etwas zu kaufen, und bestellte am 22. Mai 2010 zwei Pizzen für den heute unglaublichen Betrag von 10 000 Bitcoin. Damals hatten die Coins einen Wert von ca 30 Euro. Gemessen mit dem heutigen Wert der Bitcoins die teuerste Pizzalieferung aller Zeiten!

Wie funktionieren Bitcoin?

Bitcoin ist die erste offizielle sogenannte Kryptowährung. Der Begriff Krypto geht auf das aus dem griechischen stammende Wort Kryptographie zurück, was Geheimschrift bedeutete. Diese Verschlüsslung von Informationen ist auch ein zentraler Aspekt von Kryptowährungen und gewährt dem Nutzer ein gewisses Maß an Anonymität. Niemand soll die digitale Währung manipulieren können, laut Definition ist Bitcoin also eine digitale verschlüsselte Währung. Anfänglich nutzten dies natürlich auch viele, die lieber im Dunkeln bleiben wollen, weshalb dem BTC bis heute von vielen ein kriminelles Image nachgesagt wird. Doch eigentlich ist genau das Gegenteil der Fall, denn Bitcoin ist quelloffen und allen zugänglich. Alle Transaktionen, die jemals mit BTC stattgefunden haben, können auf der Blockchain ausgelesen werden. Die Blockchain, wie der Name schon sagt, ist eine Aneinanderreihung von Blöcken, wobei jeder Block eine Reihe von Transaktionen umfasst. Jede Transaktion muss bestätigt werden und die Inhalte dieser Transaktion werden auch im darauffolgenden Block gespeichert, und so weiter, was eine Manipulation quasi unmöglich macht. Die Blockchain als Ganzes wird auf vielen Computern überall in der Welt gespeichert und ist frei zugänglich. Auch das erschwert eine Manipulation. Das System ist einfach gesagt wie die Kerbholz Methode in der Antike. Der Gläubiger und der Schuldner halten zwei Stöcke parallel aneinander. Dann werden so viele Kerben mit einem Messer hineingeschnitzt wie Schulden bestehen, und zwar über beide Stöcke hinweg. Jeder nimmt nach der Transaktion einen Stock mit nach Hause. Keiner der Beiden kann den Stock manipulieren, weil dann keine identische Kerbe auf dem „Partnerstock“ vorhanden ist und es direkt auffallen würde. Die Blockchain ist eine moderne Kerbholzmethode, denn jeder Block enthält Schlüsseldaten des Blocks davor, somit ist dieser nicht manipulierbar. Es reiht sich immer nur ein Block an den nächsten.

Doch wofür ist das gut? Klar, es mag eine schöne Spielerei für die Programmierer sein, doch hat das ganze auch wirklich einen Nutzen? Die Antwort ist „Ja“. Dadurch, dass die Blockchain sicher, verschlüsselt und nicht manipulierbar ist werden keine Finanzinstitute als Mittler benötigt. Im klassischen Finanzsystem bauen wir auf den guten Ruf unserer Finanzinstitute, um sicherzugehen, dass mit unseren Finanzen verantwortungsvoll umgegangen wird und alle Transaktionen überprüft werden. Jedoch ist dieses System sehr aufwändig, kostspielig und besitzt etliche Schwachstellen.

Für die Teilnahme an diesem Zahlungsverkehrsystem ohne zentrale Instanzen sind lediglich ein Internetzugang und ein BTC-Wallet nötig.[3]

Alle Kontotransaktionen werden in der Blockchain gespeichert, ein ewig währendes Kassenbuch. Das ehemals kriminelle Image kommt aufgrund der Nachverfolgbarkeit der Transaktionen und der wachsenden Versiertheit der Ermittler heutzutage nicht mehr zum Tragen, diese Rolle haben andere, weniger transparente Kryptowährungen übernommen. Aus den genannten Gründen ist es wohl auch verständlich, dass unsere modernen Finanzinstitute nicht gerade überschwänglich begeistert sind von einem dezentralen Finanzsystem, weil es viele ihrer Aufgabenbereiche überflüssig macht.

Wie versendet man Bitcoin.

Man benötigt zwei Dinge um eine BTC Transaktion durchzuführen: Eine BTC Adresse und einen privaten Schlüssel.[4] Der private Schlüssel, bestehend aus einer Folge aus Buchstaben und Zahlen wird geheim gehalten, während die zufällig generierte Adresse, ebenfalls bestehend aus einer Folge aus Buchstaben und Zahlen, öffentlich zugänglich ist. Jeder weiß also, was sich auf einer Bitcoin Adresse befindet, Zugriff hat jedoch nur die Person, die den privaten Schlüssel besitzt. Eine Transaktion basiert auch auf diesem Grundprinzip. Wenn Person A eine bestimmte Menge an BTC an Person B verschicken möchte, benötigt sie beide Adressen, die des Senders und die des Empfängers. Über das Wallet, in welchem der private Schlüssel gespeichert ist, wird die Transaktion signiert und an das Bitcoin Netzwerk geschickt. Dort wird die Transaktion von den BTC Minern bestätigt und der neu entstandene Block wird in die Blockchain eingereiht. Die Anzahl der benötigten Bestätigungen entscheidet mitunter auch über die Dauer der Transaktion.

Transaktionskosten

Die Transaktionskosten lassen sich auf vielen Wallets manuell festlegen. Generell ist es jedoch so, dass höhere Transaktionskosten eine schnelle Bestätigung zur Folge haben, weil sie von den Miners priorisiert bearbeitet werden. In der Regel sind die Kosten jedoch deutlich niedriger als zum Beispiel Auslandsüberweisungen auf der Bank. In letzter Zeit sind die Transaktionskosten gestiegen, weil das Bitcoin Netzwerk immer mehr beansprucht wird und die Menge an Transaktionen begrenzt ist. Je höher die Auslastung, desto höher die Kosten, um schnell eine Bestätigung zu erhalten.

Bitcoin Wert und Halving

Die maximale Menge an Bitcoin ist begrenz. Alle vier Jahre erfolgt ein sogenanntes Halving, bei dem die Belohnung für das Schürfen eines neuen Blockes halbiert wird. Dadurch geraten nur halb so viele neue BTC in Umlauf wie im gleichen Zeitraum davor. In Konsequenz bedeutet das auch, dass die insgesamt erreichbare Menge an Bitcoin auf ca 21 Millionen BTC begrenzt ist.[5] Davon sind bereits heute knapp über 18 Millionen BTC geschürft worden. Das ist genau der Punkt, warum viele den Wert von Bitcoin, trotz des derzeit stolzen Preises, immer noch als deutlich unterbewertet ansehen. Es existieren bereits 6/7 aller BTC und es werden mit der Zeit immer weniger, denn viele BTC sind aufgrund verlorener Private Keys schon nicht mehr zugänglich und somit für das System verloren. Wenn es auf der Welt nur ca 20 Millionen Goldbarren gäbe, was wäre dann wohl ein Goldbarren wert? Ähnlich verhält es sich mit BTC, solange er als Wertanlage und Zahlungsmittel anerkannt wird, ist er ein sehr seltenes Gut und anders als Goldbarren können BTC problemlos gestückelt und innerhalb von Minuten ans andere Ende der Welt versandt werden.

Bitcoin wird niemals eine umlaufende Menge von 21 Millionen BTC erreichen. Alleine die nachweislich verlorenen Bitcoin machen das unmöglich. … Somit kommen wir auf eine Summe von 16.676.039,6 BTC, die sich aktuell tatsächlich in Umlauf befinden. Insgesamt könnten also 1.698.960,4 Bitcoins für immer verloren sein.[6]

Bitcoin was ist das? Gute Frage – Bitcoin einfach erklärt – Zukunft für Bitcoin?

Bitcoin war die erste richtige Kryptowährung, sie ist aber damit auch die älteste und das ist bei technischen Projekten in der Regel kein Vorteil. Obwohl viele Kinderkrankheiten bereits ausgemerzt sind, ist das digitale Grund und Orderbuch aufgrund des wachsenden Ansturms überlastet, was von vielen Geldinstituten gerne als gravierende Schwachstelle des Systems ausgelegt wird, zusammen mit möglichen Hackerangriffen. Es wurden in der Vergangenheit jedoch bereits Veränderungen an der Blockchain getätigt, um die maximal mögliche Menge an Transaktionen in einem Block zu vergrößern und solche Veränderungen werden auch in der Zukunft stattfinden müssen, wenn die Währung bestand haben will. Dennoch bin ich optimistisch, dass es auch Bitcoin gelingen wird sich mit der Zeit weiterzuentwickeln. Andere große Kryptowährungen, allen voraus Ethereum haben den Wandel von Proof of Work zu Proof of Stake schon unternommen und sind dabei. Ich bin kein Experte, aber warum sollte das nicht auch für Bitcoin irgendwie möglich sein, denn schließlich wird es noch einige Jahre dauern, bis der letzte Block gemined ist. Bitcoin hat eine Marktkapitalisierung von ca 522 Milliarden Dollar, Stand Januar 2021, von insgesamt über 800 Milliarden im gesamten Kryptomarkt, mit einer Dominanz von 62,9%. Möglicherweise sinkt die Dominanz mit der Zeit, wenn andere Kryptowährungen an Wichtigkeit hinzugewinnen, doch ein dauerhaftes Absinken der Kapitalisierung ist schwer vorstellbar, zu viele institutionelle Anleger haben Bitcoin schon als Wertanlage akzeptiert. Der Krypto Asset Manager Greyscale kauft derzeit täglich mehr Bitcoin als gemined werden und wird das möglicherweise auch in absehbarer Zukunft weiter tun. Natürlich bedeutet das nicht, dass der Bitcoin Preis nicht weiter schwanken kann, doch viele Analysten prophezeien ihm eine rosige Zukunft.

Analysten von JP Morgan erwarten langfristig einen Bitcoin-Kurs von 146.000 Dollar[7]

Laut dem Handelsblatt könnte Bitcoin langfristig als Wertanlage so beliebt werden wie Gold. Dabei verweisen die JP-Morgan-Experten darauf, dass immer mehr Investoren Geld aus Gold und Gold Etfs abziehen und in Bitcoin investieren. Viele sogenannte Millennials bevorzugen Bitcoin zu klassischem Gold. Mit den Jahren werden Millennials ein immer wichtigerer Bestandteil des Anlegeruniversums und damit steigt auch die Akzeptanz für den Bitcoin.[8] Ähnlich wie bei den momentanen Turbulenzen im Aktienhandel, geprägt durch soziale Medien wie zum Beispiel den Reddit Subchanel WSB, werden auch die Kryptowährungen durch junge, unerfahrene Anleger stark beeinflusst. Doch die jungen Anleger von heute sind möglicherweise die Fondmanager von morgen, weswegen ich immer versuche eine offene Perspektive für Veränderungen zu wahren.

Resümee: Bitcoin was ist das? Gute Frage – Bitcoin einfach erklärt

Unser Finanzsystem ist im Wandel, man braucht kein Wirtschaftsgenie zu sein, um das zu bemerken. Wir gehen mehr und mehr zum bargeldlosen Zahlungsverkehr über und auch die Finanzinstitute müssen ihre Schwerpunkte verschieben um zu überleben. Die Zeit der braven Sparbuch Sparer ist, unter anderem bedingt durch die fortwährende Niedrigzinspolitik, vorbei. Wir erleben eine Transition zum digitalen Geld und Investitionsportfolio und Kryptowährungen sind hierbei der nächste logische Schritt. Unsere Zeit bringt viele Veränderungen mit sich, sowohl politisch als auch wirtschaftlich. Bitcoin ist das beste Beispiel dafür, dass kein System ewig währt, das hat er durch seine Entstehung bewiesen, zeigt es täglich durch die wachsende Adaption und wird es möglicherweise auch durch sein Ende, oder seine Evolution beweisen.

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Quellen:

[1] https://www.hanseaticbank.de/klarmacher/wissen/was-ist-ein-bitcoin-kryptowaehrung-einfach-erklaert besucht am 25.01.2021 um 20:20 Uhr

[2] https://btcdirect.eu/de-at/geschichte-von-bitcoin besucht am 25.01.2021 um 20:30 Uhr

[3]Zitat: https://www2.deloitte.com/de/de/pages/innovation/contents/bitcoin-wert-der-kryptowaehrung.html; besucht am 30.01.2021 um 21:20 Uhr

[4] https://www.btc-echo.de/academy/bibliothek/bitcoin-transaktion/; besucht am 30.01.2021 um 21:31

[5] https://bitcoin-2go.de/bitcoin-fuer-immer-verloren-so-viel-weniger-btc-sind-tatsaechlich-im-umlauf/; besucht am 30.01.21 um 21:56

[6] https://bitcoin-2go.de/bitcoin-fuer-immer-verloren-so-viel-weniger-btc-sind-tatsaechlich-im-umlauf/; besucht am 30.01.21 um 21:56

[7] https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/kryptowaehrung-analysten-von-jp-morgan-erwarten-langfristig-einen-bitcoin-kurs-von-146-000-dollar/26768996.html?ticket=ST-4243664-Wwzn5cijDbAHqtlbhwmo-ap6;  besucht am 30.01.21 um 22:18

[8] https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/kryptowaehrung-analysten-von-jp-morgan-erwarten-langfristig-einen-bitcoin-kurs-von-146-000-dollar/26768996.html?ticket=ST-4243664-Wwzn5cijDbAHqtlbhwmo-ap6;  besucht am 30.01.21 um 22:18

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